flow-Glossar 

Hier finden Sie Grundbegriffe, um positive Zustände und gesunde Entwicklung selbstbestimmt zu beeinflussen. Unser Glossar basiert auf sorgfältigen Recherchen in wissenschaftlichen Quellen. 

Das Urheberrecht liegt bei Dr. Simon Sirch. Verweisen Sie auf dieses Online-Glossar, wenn Sie Textpassagen, Bilder und Videos für Ihre Zwecke nutzen.

Das Glossar wird immer wieder erweitert. Updates erfahren Sie über unsere Social-Media-Kanäle. Bei Fragen oder Vorschlägen melden Sie sich gerne bei uns:


Verzeichnis der Begriffe



 

C

Csikszentmihalyi, Mihaly

Abwechslung

Abwechslung spielt im New Work und bei jungen Generationen eine wichtige Rolle. Doch wenn Sicherheit oder Verbindung fehlen, kann es leicht zu viel werden.

Abwechslung (change, variety) ist eines der sechs psychologischen Bedürfnisse. Es wird erfüllt durch Veränderung, Variation und Vielfalt. Menschen mit einem starken Bedürfnis nach Abwechslung lieben beispielsweise Überraschungen, gehen auf außergewöhnliche Veranstaltungen, besuchen fremde Kulturen und Regionen oder treiben aufregende Sportarten. In Maslow’s Modell fehlt dieses Bedürfnis.

Ich begründe das Bedürfnis nach Abwechslung mit Studien zum optimalen Erregungsniveau. Dazu zählen beispielsweise die Konzepte Sensation Seeking und Hochsensibilität.

Quellen: Acevedo, Aron et al. (2018), Robbins (2016), Zuckerman (1979) | → Verzeichnis


Achtsamkeit

Achtsamkeit braucht kein Meditationskissen. Was versteht Ihr unter Achtsamkeit?

Achtsamkeit (mindfulness) bezeichnet bei NOWtation die (a) Stabilität von Aufmerksamkeit. Darüber hinaus hat Achtsamkeit mehrere Bedeutungen: Viele verbinden damit (b) eine Zusammenstellung von Praktiken, zum Beispiel Meditation, Yoga, oder Wahrnehmungsübungen. Manche meinen damit (c) eine Fähigkeit, die eigene Aufmerksamkeit zu lenken. Teilweise wird mit Achtsamkeit auch eine (d) mentale Ausrichtung verstanden. Und es gibt (e) die Achtsamkeitslehre, die ihren Ursprung im Theravada-Buddhismus hat. 

Ist Achtsamkeit dasselbe wie flow?

Nein, Achtsamkeit ist nicht dasselbe wie flow! flow ist ein positiver Bewusstseinszustand, der unter anderem durch Achtsamkeitspraxis beeinflusst werden kann. Dabei stellt man sich zum Beispiel die Aufgabe, den gegenwärtigen Moment zu akzeptieren. Akzeptanz ist der erste Schritte unseres 7toNOW.

Hilft Achtsamkeitspraxis in den flow?

Ja, allerdings unter bestimmten Voraussetzungen. Wer seine Achtsamkeit systematisch trainiert, erhöht die Wahrscheinlichkeit für flow-Erlebnisse. Zum Beispiel bewirken spezielle Meditationsformen (z.B. Focused Attention Meditation), dass man flow-Zustände leichter herbeiführen kann. Außerdem erkennt man schneller und liebevoller, dass man aus dem flow gefallen ist.

Wenn Achtsamkeit nur ab und zu mal angewendet wird, ist die Erfolgswahrscheinlichkeit natürlich geringer. Es lohnt sich also, zu trainieren. Wir helfen Euch dabei.

Ist Achtsamkeit nicht esoterischer Quatsch?

Das kommt darauf an, was unter »Esoterik« verstanden wird. Achtsamkeitspraxis ist nichts exklusives. Jeder kann es lernen. In großen Unternehmen wie Google oder im NBA Basketball ist Achtsamkeitstraining ein wichtiger Bestandteil.

Und ja, es gibt Szenen, in denen Achtsamkeit zur Ideologie erhoben wird: Etwa dann, wenn Achtsamkeitspraxis als »Allheilmittel« angepriesen, Stress als »böse« bezeichnet wird, oder der Wert von Beurteilungen missachtet wird. Das sehen wir bei NOWtation kritisch. Mehr dazu könnt Ihr im Blog: Megatrend Achtsamkeit nachlesen.

Quellen: Kabat-Zinn (1982), McLeod (2001), Witt (2014) | → Verzeichnis


Agilität

Agilität bedeutet wörtlich „Wendigkeit”. Wie wendig ist Ihr Mindset und Ihre Arbeitsweise? Inwieweit ist Agilität überhaupt notwendig?

Agilität (agility) ist die Fähigkeit, Veränderungen schnell und flexibel umzusetzen, darauf zu reagieren und somit effiziente Entwicklung zu realisieren. Für viele Berater und Führungskräfte ist Agilität die Antwort auf die Anforderungen der VUCA- und VACA-Welt. Wir sehen das differenzierter: 

Eine agile Arbeitsweise erkennt man an der häufigen Lieferung von überprüfbaren Ergebnissen, an sehr kurzen Feedbackschleifen, an der dynamischen Priorisierung und Fokussierung von Aufgaben, an einer kontinuierlichen Prozessoptimierung und an der regelmäßigen Aktualisierung der Pläne und Strukturen.

Das Gegenteil von Agilität ist die serielle Arbeitsweise nach dem Wasserfall-Prinzip: „Erst ein vorgefertigter detaillierter Plan, der dann bis zum Ende durchgeführt wird”. Demgegenüber steht in den agilen Werten die Funktion vor der Dokumentation, die Interaktion vor der Methodik, die Kollaboration vor langwierigen Verhandlungen und die zügige Antwort auf Veränderungen vor der Abarbeitung eines Plans. 

Die „Wolkenmetapher”: Eine anschauliche Darstellung für den Prozess des Agilen Projektmanagements. Grafik von Bernd Oestereich.

Die theoretische Basis für Agilität wurde bereits 1953 veröffentlicht: im AGIL-Schema des Systemtheoretikers Talcott Parsons. In den 1990er Jahren passierte ein Umdenken in der Software-Entwicklung. Daraus entstand das agile Projektmanagement. Davon ausgehend – und befeuert von der Digitalisierung – wurden agile Methoden zunächst für das Produktionsmanagement entwickelt (z.B. Scrum, Kanban, Backlogs) und dann auf andere Bereiche übertragen. 

In der Führung, Personalentwicklung und Unternehmenssteuerung stößt die Einführung von agilen Elementen teilweise auf erhebliche Probleme. Ein wesentlicher Grund dafür ist die Reduktion von Agilität auf oberflächliche Frameworks und Techniken. Eine tiefgreifende agile Organisationsentwicklung gelingt mit einem Integralen Ansatz, der den Bedarf und die Kultur des Unternehmens berücksichtigt und die Belegschaft in die Entwicklung ihrer Denk- und Handlungsweisen soweit wie möglich einbezieht. 

Wer flow-Zustände erkennen und beeinflussen möchte, findet Agilität spannend. Gemeinsam mit unserem Partner Alpha Inspiration unterstützt Dr. Simon Sirch die agile Transformation von Unternehmen. Agile Führung und Selbstorganisation in Teams entwickeln wir durch FEBI-Coaching und das 7-to-NOW.

Quellen: Beck et al. (2001), Burg (2018), Hofert (2018), Oestereich & Schroeder (2019) | → Verzeichnis


Aufmerksamkeit

Was ist Aufmerksamkeit?

Aufmerksamkeit (attention) ist eine psychische Aktivität, die Sie willentlich lenken können. Die Lenkung von Aufmerksamkeit nennt man Fokussierung. Je besser Sie Ihren Fokus stellen können, desto mehr haben Sie Ihr Bewusstsein unter Kontrolle: Sie führen Regie in ihrem Bewusstsein. Wenn Ihnen die Bündelung Ihrer Aufmerksamkeit optimal gelingt, erleben Sie flow. Deswegen wird der flow-Zustand als “optimal experience” bezeichnet.

Woraus setzt sich Aufmerksamkeit zusammen?

Aufmerksamkeit setzt sich aus zwei Komponenten zusammen: Achtsamkeit und Bewusstheit. Die Achtsamkeits-Komponente bezieht sich auf die Stabilität Ihrer Aufmerksamkeit. Die Bewusstheits-Komponente bezieht sich auf deren Klarheit.

Ist Aufmerksamkeit begrenzt?

Aufmerksamkeit hat zwei Komponenten, die durch Achtsamkeit und Bewusstheit verbessert werden können.

Nein. Nicht Aufmerksamkeit ist begrenzt, sondern die Fähigkeit, Aufmerksamkeit aktiv zu lenken.

Die so genannte „Ökonomie der Aufmerksamkeit” sieht das anders: Sie begreift Aufmerksamkeit als knappe Ressource. Es gehe darum, die Aufmerksamkeit der potenziellen Kunden bzw. Follower auf Informationen, Produkte oder Dienstleistungen zu lenken, die quasi überall verfügbar sind (z.B. im Internet).

Aus psychologischer Perspektive funktioniert die Aufmerksamkeitsökonomie erst dadurch, weil Aufmerksamkeit abgelenkt werden kann. Zugrunde liegt die limitierte menschliche Fähigkeit, die Aufmerksamkeit angesichts vieler Ablenkungen aufs Wesentliche zu fokussieren.

Auch das konventionelle flow-Konzept von Mihaly Csikszentmihalyi versteht Aufmerksamkeit als begrenzte psychische Energie. Diese Auffassung wirft ebenfalls Probleme auf: Wo wird Aufmerksamkeit gespeichert? Wodurch ermüdet Aufmerksamkeit? Wie wird Aufmerksamkeit regeneriert? Durch welchen „Kanal” fließt die Energie? Darauf liefert Csikszentmihalyi keine befriedigenden Antworten.

Energy flows where attention goes

Im flow-Konzept von NOWtation bildet Aufmerksamkeit den Kanal, durch den psychische Energie fließt. Es ist wie bei einer Taschenlampe oder einem Bühnen-Scheinwerfer: Aufmerksamkeit bildet den sozusagen den Lichtstrahl, aber nicht die Energiequelle. Durch diese Unterscheidung gewinnt der vielzitierte Satz „Energy flows where attention goes” seine logische Bedeutung.

Wie hängen Aufmerksamkeit und der flow-Zustand zusammen?

Der flow-Zustand ist im Grunde genommen ein Aufmerksamkeitsphänomen: Wenn Aufmerksamkeit optimal gebündelt wird, entsteht flow. Für die Bündelung gibt es Stellschrauben. Im flow-Zustand fällt die Fokussierung spielerisch leicht.

Wenn man dagegen während einer Tätigkeit immer wieder – durch äußere oder innere Faktoren – abgelenkt wird, ermüdet die Fähigkeit zur Aufmerksamkeitslenkung.

Warum Sie die Lenkung Ihrer Aufmerksamkeitslenkung trainieren sollten?

Durch das gezielte Training von Aufmerksamkeit sehen Sie mehr Dinge klarer. Trainieren Sie Ihre Aufmerksamkeit, wenn Sie positive Zustände und gesunde Entwicklung gezielt beeinflussen wollen. NOWtation hilft Ihnen mit praktischen Übungen und Techniken, zum Beispiel mit dem 7-to-NOW.

Quellen: Csikszentmihalyi (1978), Dormashev (2010), Franck (1998), McLeod (2001), Wojtowicz, Chater & Loewenstein (2019) | → Verzeichnis


Bedürfnis

Bedürfnisse (needs) sind die tiefen Beweggründe jeder menschlichen Handlung. Bei NOWtation gehen wir von sechs psychologischen Bedürfnissen aus: Sicherheit, Abwechslung, Verbindung, Wichtigkeit, Wachstum und Beitrag.

Die Rangfolge Ihrer Bedürfnisse ist nicht statisch, sondern unterliegt dynamischen Veränderungen, abhängig von Ihrem Zustand, Ihrer Lebensphase und Situation.

In der flow-Forschung werden Bedürfnisse auch „implizite Motive” genannt: Wenn Sie Ihr Top-Bedürfnis kennen und selbstbestimmt erfüllen, stiften Sie Sinn und erhöhen die Wahrscheinlichkeit von positiven Zuständen.

Quellen: Maslow (1943), Rheinberg (2010), Robbins (2016) | → Blog: Kündigen Sie (noch) nicht. Wollen Sie einen Job mit Sinn?. Wenn Ihnen Ihr Job nicht gefällt | → Verzeichnis


Beitrag

Das Bedürfnis nach Beitrag bezieht alle Menschen mit ein: auch die Generationen nach uns.

Beitrag (contribution) ist eines von sechs psychologischen Bedürfnissen. Es wird erfüllt durch die reine Fürsorge für Andere und den klugen Einsatz für etwas, das größer ist als man selbst.

Menschen mit einem starken Bedürfnis nach Beitrag dienen freiwillig und von Herzen. Zum Beispiel, indem sie mit Hingabe für etwas arbeiten, das über sie selbst hinausgeht – etwa für ein Unternehmen, für das Wohl aller Menschen oder für zukünftige Generationen. Es überschreitet das eigene Ego.

Diese Form von Beitrag ist gleichbedeutend mit dem Bedürfnis nach Selbsttranszendenz (self-transcendence) nach Abraham Maslow. Er erkannte den Zusammenhang mit dem Bedürfnis nach persönlichem Wachstum und ergänzte seine „Bedürfnispyramide” um dieses Bedürfnis.

Für Führungskräfte und Teams, die dieses Bedürfnis erfüllen möchten, haben wir zwei Empfehlungen: das Servant Leadership nach Robert K. Greenleaf und das Teal Leadership, wie wir es mit unserem Partner Alpha Inspiration trainieren.

Quellen: Maslow (1962), Koltko-Rivera (2006), Robbins (2016) | → Verzeichnis


Bewusstsein

Alles was Sie wahrnehmen, fühlen und denken ist Inhalt Ihres Bewusstseins.

Das Bewusstsein (consciousness) lässt sich vergleichen mit ihrem „inneren Bildschirm”. Der Film, der sich auf diesem Bildschirm abspielt, ist Ihr Erleben. Die Regie in diesem Film führt alles, was Ihre Aufmerksamkeit lenkt und ablenkt. Inwieweit Sie selbst Regie führen, ist abhängig von Ihrer Ich-Entwicklung.

Die Inhalte des Bewusstseins-Films sind Wahrnehmungen, Empfindungen, innere Bilder, Emotionen und Gedanken. Je nach Zustand und Ebene ist ihr Bewusstsein enger oder weiter, voller oder leerer, bewegter oder ruhiger, geordneter oder chaotischer, starrer oder flexibler.

Zu den Funktionen des menschliche Bewusstsein zählen die Lenkung von Aufmerksamkeit, die Wahrnehmung, die Interaktion mit der Umwelt, das Erleben der eigenen Person (Ich-Bewusstheit) und die Integration von Erfahrungen.

Beim Thema flow ist es hilfreich, zwischen zwei Ebenen des Bewusstseins zu unterscheiden. Um flow zu erleben, braucht es das sogenannte primäre bzw. phänomenale Bewusstsein. Um flow zu erkennen und zu beeinflussen, benötigen wir unser reflexives bzw. sprachliches Bewusstsein. NOWtation setzt an beiden Ebenen an.

Quellen: Csikszentmihalyi (1978), Vaitl (2012), Wilber (1997) | → Verzeichnis


Bewusstseinszustand

Menschen erleben in 24 Stunden vier natürliche Bewusstseinszustände. Das Gehirn verändert dabei seine Aktivität. Der flow-Zustand ist ein außergewöhnlicher Zustand. Er kann gezielt trainiert werden.

Bewusstseinszustände (states of consciousness) gibt es in jedem Moment Ihres Lebens. Ihr Bewusstsein ist immer in einem Zustand – egal, ob Ihnen das bewusst ist oder nicht. Jeder Mensch erlebt Bewusstseinszustände, zum Beispiel Stress, Langeweile, oder flow. Aber oft erkennt man seinen Zustand nicht, weil man „einfach drin” ist.

Bewusstseinszustände sind vorübergehend und dynamisch, aber beeinflussbar. Zustände schließen sich gegenseitig aus. Man kann zum Beispiel nicht depressiv und gleichzeitig im flow sein. Und: Zustände sind trainerbar. Wer flow-Zustände gezielt trainiert, kann diese leichter erkennen und herbeiführen. NOWtation hilft dabei.

Wir unterscheiden Bewusstseinszustände nach fünf Kriterien, die miteinander kombiniert werden können:  

  • positiv/negativ: Langeweile und Disstress zum Beispiel werden negativ erlebt. flow und Eustress sind positive Erlebnisse.

  • natürlich/künstlich: Natürliche Zustände wie flow, Wachheit oder Tiefschlaf benötigen keine äußeren Substanzen. Eine Narkose oder ein Drogenrausch werden künstlich hergestellt. 

  • außergewöhnlich/gewöhnlich: Zu den außergewöhnlichen bzw. veränderten Zuständen zählen flow, aber auch Trance oder Nahtod-Erfahrungen. Zu den gewöhnlichen bzw. normalen Zuständen zählen zum Beispiel der Traumzustand – und bei manchem Menschen auch der Stress ;)

  • tief/flach: Die Intensität von Zuständen ist unterschiedlich: Zum Beispiel gibt es intensiven „deep flow” des tiefen Eintauchens in eine Tätigkeit, aber auch die oberflächlichen und oft unbemerkten Momente des „micro flow” oder „shallow flow”.

  • gesund/ungesund: Zustände haben eine ethische Dimension. Warum und wozu sollten Bewusstseinszustände beeinflusst werden? Streben wir nach bestimmten Zuständen, weil wir der Welt entfliehen wollen (z.B. bei Spielsucht, exzessivem Sporttreiben), oder für gesunde Entwicklung

NOWtation befasst sich mit der gesunden Beeinflussung natürlicher Bewusstseinszustände, die positiv erlebt werden. Wir machen außergewöhnliche Zustände zur Gewohnheit.

Quellen: Ingersoll (2010), Vaitl (2012), Wilber (2017) | → Verzeichnis


Bullshit

Wie reduzieren Sie das Bullshit-Risiko? Unser Tipp lautet: Bleiben Sie skeptisch.

Wie reduzieren Sie das Bullshit-Risiko? Unser Tipp lautet: Bleiben Sie skeptisch.

Bullshit (Schmarrn) entsteht, wenn jemand ohne ausreichende Informationen über ein Thema spricht. In einigen Medien finden Sie viel Bullshit, auch zu den Themen flow und gesunde Entwicklung. Selbiges gilt für die VUCA-Welt des Business. 

Die wissenschaftliche Betrachtung von Bullshit geht auf den Medienforscher Neil Postman und den Philosophen Harry G. Frankfurt zurück. Bullshit ist am besten zu übersetzen als „heiße Luft” oder „verbale Exkremente”. 

Bullshit unterscheidet sich von der Lüge. Eine Lüge ist die absichtliche Verfälschung der Wahrheit. Wer Bullshit redet, hat weder die Absicht noch Kriterien für Wahrheit. 

Um das Bullshit-Risiko zu reduzieren, basiert das flow-Modell von NOWtation auf vier Wahrheitskriterien: Es verknüpft objektive und subjektive Kriterien mit individuellen und gemeinsamen Wahrheiten. Das ermöglicht eine hohe Selbstreflexion unserer Methodik und Wirkung.

Quellen: Frankfurt (1986), Postman (1969), Wilber (2011) | → Verzeichnis


Diversität

Ist das schon gelungene Diversität und Inklusion? Diversität ist für uns die Vielfalt von Perspektiven.

Diversität (diversity) meint im Allgemeinen die Heterogenität einer Personengruppe, gemessen an den Merkmalen der Gruppenmitglieder (z.B. Alter, Herkunft, biologisches Geschlecht, körperliche Beeinträchtigung, sexuelle Orientierung). In einer tiefergehenden Auffassung bedeutet Diversität die Vielfalt von Perspektiven in einer Gruppe – im Hinblick auf tieferes Verstehen und bessere Lösungen.

Warum Diversität?

Die Diversität des Personals hat Vorteile für Teams und Organisationen: Dazu zählen die Steigerung der Kreativität und Innovationskraft, optimierte Produktivität, ein besseres Verständnis der Kunden, eine höhere Attraktivität der Marke sowie die Erfüllung gesetzlicher Bestimmungen. Die gelungene Integration von Diversität stärkt nicht nur die Resilienz und Zukunftsfähigkeit in der VUCA-Welt, sondern auch die Wahrscheinlichkeit für geteilte positive Zustände und shared flow.

Wie gelingt Zusammenarbeit in diversen Teams ?

Zentrale Diversity-Kompetenzen sind Selbstorganisation, Empathie, Ausdrucksfähigkeit, Embodiment, Konflikt- und Verhandlungsfähigkeit sowie die Achtsamkeit gegenüber unbewussten Verzerrungseffekten (unconscious bias).

Die wichtigste Bedingung für die erfolgreiche Zusammenarbeit in vielfältigen Teams heißt: Vertrauen. Im flow-Konzept von NOWtation ist Vertrauen der wesentliche Aspekt der kulturellen Kapazität. Vertrauen bildet sich nicht von allein, sondern durch Verantwortung.

Risiken der Diversity-Thematik

Eine verkürzte Auffassung und Umsetzung von Diversity birgt das Risiko der Ideologisierung: Dann wird Individualität auf Gruppenidentität reduziert, Chancengleichheit mit Einkommensgleichheit verwechselt und anstelle von Kompetenz mit Unterdrückung argumentiert. Dadurch geraten Gruppen schnell in eine Täter-Opfer-Retter-Dynamik.

Deswegen arbeitet NOWtation und unser Partner Alpha Inspiration mit einem ganzheitlichen Konzept. Es kombiniert den Integralen Ansatz, den Diversity-Kompass, das FEBI-Coaching und erfahrungsorientierte Methoden.

Quellen: Gregory & Raffanti (2009), Gütschow (2019), Volckmann (2012) | → Verzeichnis


Embodiment

Was bedeutet Embodiment? Die Darstellung erklärt den Begriff auf einfache Weise.

Embodiment  (Verkörperung) meint die Integration von Körper und Bewusstsein. Die meisten Embodiment-Ansätze basieren auf der Wechselwirkung zwischen „Fühlen” (Körper) und „Denken” (Geist).

Unser Ansatz geht darüber hinaus: Wir berücksichtigen die integralen Ebenen und vier Embodiment-Dimensionen. Wir nennen die Dimensionen „Körper haben”, „Körper nutzen”, „Leib sein” und „Leib lassen”. Der Körper ist ein wichtiger Aspekt im flow4x4-Modell, im 7-to-NOW und die Grundlage für FEBI-basiertes Coaching.

Embodiment bzw. Verkörperung sind weitläufige Begriffe. Deswegen grenzen wir uns von populären Auffassungen ab: Embodiment bedeutet nicht die Überhöhung des Fühlens gegenüber dem Denken. Und Embodiment ist mehr als vollwertige Ernährung, körperliche Bewegung und andere Maßnahmen der Gesundheitsförderung. Für uns ist Embodiment eine zentrale Praxis für flow-freundliche Führung in der VUCA-Welt.

Embodiment spielt eine wichtige Rolle für flow-Erleben und positiven Zustände. Der Körper ist der materielle und energetische Aspekt eines Bewusstseinszustands. Im flow erleben Sie Ihren Körper anders. Probieren Sie es aus.

Quellen: Hüther, Storch et al. (2017), Jackman et al. (2019), Varela et al. (1991) | → Verzeichnis


Entwicklung

Jede Transformation geschieht in Stufen, indem die vorige Ebene überschritten und integriert wird. In der Darstellung sehen Sie die Stufen der Ich-Entwicklung nach der Integralen Theorie. Teams und Unternehmen entwickeln sich ebenfalls in Stufen.

Gesunde Entwicklung (healthy development) ist die positive Veränderung über einen Zeitraum. Positive Veränderung zeigt sich bei Menschen und Organisationen an stabileren Strukturen und flexibleren Prozessen. Je gesünder die Entwicklung, desto höher die Wahrscheinlichkeit für positive Zustände.

Gesunde Entwicklung umfasst sowohl Lernen als auch Transformation:

  • Lernen erkennt man am Zuwachs von Kenntnissen und Fähigkeiten in einem Bereich, zum Beispiel im Bereich Fachkompetenz oder Selbstkompetenz. Man nennt das horizontale Entwicklung oder Translation.

  • Transformation zeigt sich in der Zunahme von Perspektiven und Aufmerksamkeit sowie an der Fähigkeit, mehr zu integrieren und zu beeinflussen. In dieser vertikalen Entwicklung bewegt Ihre gesamte Sichtweise auf die nächste Ebene. Transformation ist kraftvoller als Lernen und in der VUCA-Welt wichtiger als je zuvor.

Entwicklung geht immer mit Widerstand einher. Widerstände sind normal und können verschiedene Gründe haben: Leichte Ablenkbarkeit der Aufmerksamkeit, geringe Anpassungsfähigkeit, mangelnde Anstrengungsbereitschaft oder übermäßige Angst.

Unser Interesse gilt der Dynamik hinter diesen Gründen und dem konstruktiven Umgang damit. Bei NOWtation konzentrieren wir uns auf die gesunde Entwicklung der Selbst- und Sozialkompetenz mit dem Ziel der selbstbestimmten Transformation durch positive Erlebnisse.

Quellen: Binder (2016), Cook-Greuter & Soulen (2007), Wilber (2000) | → Verzeichnis


FEBI

Dr. Simon Sirch ist FEBI-zertifiziert.

Dr. Simon Sirch ist FEBI-zertifiziert.

FEBI® (Focus Energy Balance Indicator) ist ein Messinstrument und Coaching-Ansatz für Führungskräfte und Teams. Der FEBI ist das einzige validierte Persönlichkeitstool, das „Kopf und Körper” verbindet: Das Assessment misst Energiemuster im Nervensystem und ihre Nutzung im Arbeitsalltag. Das darauf aufbauende Coaching hilft Menschen, ihre Energie an wechselnde Situationen anzupassen, um die größtmögliche Wirkung zu erzielen.

FEBI entwickelt nicht nur Selbstreflexion und Achtsamkeit, sondern zielt auf aktive Selbstregulation und Veränderung. Gedanken und Absichten sind abstrakt und deswegen schwer zu verändern. FEBI-Coaching nutzt die Plastizität des Nervensystems zum Embodiment von Denk- und Verhaltensmustern. Physische Veränderungen (z.B. in Haltung oder Bewegung) führen schnell zu erwünschten Verhaltensänderungen und effektiver Mindset-Entwicklung.

FEBI passt nahtlos zu unserem flow-Konzept. Der integrale Coaching-Ansatz umfasst mehrere Stufen zur Beeinflussung von flow und positiven Zuständen.

Die meisten psychometrische Verfahren messen Verhaltensvorlieben und kognitive Präferenzen, die dann als relativ statisch betrachtet werden. Im Unterschied dazu misst FEBI die energetischen Muster, die Denken, Verhalten und Handeln dynamisch verbinden. Der professionelle Einsatz von Big Five, DISC, Insights, MBTI oder HBDI verbessert die Selbstreflexion. FEBI-Coaching entwickelt darüber hinaus die Selbstregulation, Empathie und Agilität von Teams und Einzelpersonen durch die Aktivierung von Physiologie, Wahrnehmung, Mindset und Arbeitsverhalten. FEBI wurde von Dr. Ginny Whitelaw und Betsy Wetzig entwickelt.

Quellen: Attan, Whitelaw & Ferguson (2018). Attan, Whitelaw & Ferguson (2016). Attan (2012) | → Verzeichnis
Angebote: FEBI-Coachings für Einzelpersonen und Teams


flow-Arten

Dr. Simon Sirch erklärt die vier flow-Arten am Rande einer Veranstaltung des Marketing Clubs Dortmund.

Woran erkennt man, dass jemand im flow-Zustand ist? Es gibt vier Anzeichen. Wir nennen sie flow-Arten: 

  • Die Arbeitsschritte gehen reibungslos und flüssig ineinander über. Es läuft ohne Widerstand und „wie am Schnürchen”. Man nennt das auch „Workflow”. Im Agilen Arbeiten spricht man von „Scrum Flow”.

  • Die einzelnen Aktionen des Teams und die Bewegungen der Personen sind harmonisch und wirkungsvoll. Im Sport spricht man dann von „Bewegungsfluss”. 

  • Sie spüren Teamgeist und Leidenschaft, wenn Sie dem Team oder der Person zusehen. Sie werden von der Begeisterung angesteckt oder bekommen sogar Gänsehaut.

  • Als aktiv Beteiligter sind Sie voll bei der Sache, enorm flexibel, und gehen total in Ihrer Tätigkeit auf. Sie erleben einen reizvollen Zustand, der als flow-Erlebnis erforscht wird. 


flow-Zustand

flow-Erleben (flow state, flow experience) ist ein natürlicher positiver Bewusstseinszustand. Im tiefen flow-Zustand erleben Menschen große Klarheit, geistige Flexibilität und ein starkes Gefühl der Selbstwirksamkeit. Im flow gehen sogar objektiv anstrengende Tätigkeiten leicht von der Hand. flow kann auch als shared flow in Teams erlebt werden.

Die einfachste flow-Definition

Für Kinder sind flow-Zustände normal. Erwachsene können die Wahrscheinlichkeit dieser Zustände gezielt erhöhen.

flow ist der Zustand, in dem man sein Bestes gibt und sich bestens fühlt. In dieser sehr einfachen Definition ist flow der Zustand, in dem man hohe Leistung erbringt und sich gleichzeitig wohl fühlt.

Im wissenschaftlich fundierten flow-Konzept von NOWtation steht der flow-Zustand zwischen peak performance und peak experience.

6 klassische flow-Merkmale

Erfahre, wie Mihaly Csikszentmihalyi zu diesen sechs flow-Merkmalen kam.

In der klassischen flow-Forschung nach Mihaly Csikszentmihalyi wird der Bewusstseinszustand flow durch sechs Merkmale beschrieben:

  • Intensive und fokussierte Konzentration auf die Tätigkeit

  • Verschmelzung von Handlung und Bewusstheit

  • Verlust des reflexiven Ich (Selbstvergessenheit)

  • Gefühl der Kontrolle über das eigene Tun

  • Die Tätigkeit an sich wird als lohnend erlebt

  • Verzerrte Zeitwahrnehmung

Um von flow zu sprechen, müssen alle Merkmale erfüllt sein. Der flow-Zustand unterscheidet sich von normalen Wachzuständen, aber auch vom Tagträumen. Der Wachzustand ist eher außenorientiert, Tagträume sind eher innenorientiert. Im Unterschied zur Immersion (z.B. beim Gaming) erlebt man im flow mehr Spannung und ist stärker in Kontakt zur Umwelt.

3 flow-Elemente der neuen Forschung

Die drei Elemente des flow-Zustands, wie er in neueren Forschungen untersucht wird. Beim Teamflow kommen weitere Merkmale hinzu.

In der aktuellen flow-Forschung werden die Merkmale des flow-Zustands reduziert. Das hat pragmatische Gründe. Weniger Merkmale lassen sich leichter erforschen, insbesondere in der angewandten flow-Forschung.

  • Konzentration: Im flow ist die Aufmerksamkeit völlig absorbiert. Die mühelose Konzentration steht für die kognitive Komponente des flow-Zustands. Man spricht auch von »effortless attention«.

  • Motivation: Menschen im flow zeigen hohes Engagement in ihrer Tätigkeit. Sie lassen sich nicht von Widerständen oder Anstrengungen aufhalten. Motivation steht für die aufgabenbezogene Komponente des flow-Zustands. Im flow steht das Endergebnis und der Zweck der Tätigkeit im Hintergrund, wobei beides eine wichtige Rolle spielt.

  • Befriedigung: flow ist ein Zustand, der als lohnend erlebt wird. Im flow erlebt man sich als produktiv. Die Arbeit macht Freude, was zu hoher Zufriedenheit führt. Mehr noch: sie erfüllt Dich mit Sinn. Deshalb wird flow-Erleben als Quelle der »intrinsischen Motivation« gesehen – im Unterschied zur extrinsischen Motivation, die allein den kurzfristigen Nutzen im Blick hat.

Wie "fühlt" sich flow an? – Dr. Simon Sirch beschreibt das flow-Erlebnis in einfachen Worten. (0:32 min)

Das flow-Prinzip

flow entsteht durch die optimale Bündelung von Aufmerksamkeit. Die Lenkung und Ablenkung von Aufmerksamkeit lässt sich beeinflussen. Deswegen ist flow kein Zufall, sondern eine Entscheidung.

Quellen: Csikszentmihalyi (1975), Nakamura & Csikszentmihalyi (2002), Privette (1983) | Blog-Beitrag | → Verzeichnis


flow4x4

Die Wahrscheinlichkeit von positiven Zuständen lässt sich erhöhen, indem man die „flow-Stellschrauben" dreht. (0:30 min)

Das flow4x4 ist ein Meta-Modell zur Beeinflussung von positiven Zuständen. Es wurde von Dr. Simon Sirch entwickelt. Das flow4x4 fasst 16 „Stellschrauben“ systematisch zusammen. Es wurde aus der transdisziplinären flow-Forschung für die Praxis erstellt.

Die klassische flow-Forschung nennt nur drei Bedingungen für flow-Erleben. Das erschwert die präzise Intervention in der Praxis. Demgegenüber ermöglicht das flow4x4 eine vollständige Beobachtung und gezielte Beeinflussung jeder Situation.

Das flow4x4-Modell von Dr. Simon Sirch ist eine systematische Darstellung der Bedingungen für positive Zustände bei Einzelpersonen und Teams.

Das flow4x4 kann sowohl als „Scanner” als auch als „Werkzeugkasten” genutzt werden. Es dient erstens als Instrument, um Unternehmen, Teams und Personen zu beobachten: An welchen Stellschrauben drehen Sie bereits richtig und welche lassen Sie außer Acht? Zweitens hilft das flow4x4 bei der Ableitung spezifischer Maßnahmen zur Verbesserung der Bedingungen: Was können Sie tun, um positive Zustände und gesundes Wachstum herbeizuführen. Das flow4x4 gibt Antworten.

Quellen: Sirch (2017) | → Verzeichnis


Gehirn

Im flow und anderen Zuständen verändert sich die Aktivität des Gehirns. Eine interessante Beobachtung ist die reduzierte Aktivität im Präfrontalen Kortex: die sogenannte Transiente Hypofrontalität.

Das Gehirn (brain) ändert seine Aktivität mit dem Bewusstseinszustand. Hirnaktivität und Bewusstseinszustände hängen miteinander zusammen, aber sind nicht dasselbe. Das Gehirn ist ein Organ des Körpers. Ein Bewusstseinszustand gehört zur Psyche.

flow ist dank bildgebender Verfahren empirisch messbar. Neurowissenschaftler erkennen bei flow und ähnlichen positiven Zuständen eine vorübergehende Abnahme der Aktivität im präfrontalen Kortex (PFC), dem „Sitz des Grübelns” und der – teilweise zwanghaften – rationalen Kontrolle (Transiente Hypofrontalität). Im flow-Zustand verringert sich die Aktivität der Amygdala (AMY), dem „Bedrohungssensor” des Gehirns. Stattdessen verstärkt sich die Aktivität im unteren frontalen Gyrus (IFG) – ein Hinweis auf gesteigertes Selbstvertrauen und erlebte Kontrolle. Im flow zeigen Messungen zudem eine Synchronisation der elektrischen alpha-Wellen: ein Hinweis auf optimales Erleben oder auf „Harmonie im Bewusstsein”.

Gezieltes Training von Zuständen bewirkt kurzfristige und langfristige Veränderungen im Gehirn. NOWtation bringt die Erkenntnisse der Bewusstseinsforschung in die Praxis.

Quellen: Dietrich & Al-Shawaf (2018), Lopata et al. (2017), Ulrich et al. (2014) | → Verzeichnis


Glück

Spaß, flow-Zustände und ein größerer Sinn: Wodurch werden Sie glücklich?

Glück hat zwei Bedeutungen: Man kann glücklich sein oder Glück haben. Die erste Bedeutung versteht Glück als positiven Zustand (engl. happiness). In der zweiten Auffassung ist Glück ein positiver Zufall (engl. luck). Uns interessiert Glück als selbstbestimmter Bewusstseinszustand.

Glück und flow-Zustände werden häufig verwechselt. Für manche ist flow „das Geheimnis des Glücks”. Das stimmt nur teilweise. In Anlehnung an die neuere psychologische Forschung unterscheiden wir drei Ebenen des Glückszustands:

Auf welcher Ebene sind Sie? Dr. Simon Sirch steigt durch die drei Ebenen des Glücks, auf Basis der Glücksforschung. (2:35 min)

  • Glück als Spaß – nach dem Motto: „Ich bin glücklich, wenn ich Spaß habe”. Auf dieser Ebene streben Menschen nach möglichst vielen lustvollen Erlebnissen und angenehmen Emotionen.

  • Glück als Engagement in herausfordernden Aktivitäten – nach dem Motto: „Ich bin glücklich bei Tätigkeiten, die meine Fähigkeiten fordern und in die ich völlig eintauchen kann”. Auf dieser Ebene streben Menschen nach positiven Zuständen bei bestimmten Tätigkeiten, z.B. im Beruf oder Hobby.

  • Glück als größerer Sinn – nach dem Motto: „Ich bin glücklich, wenn ich meinen Lebenssinn erkenne und zum Wohle anderer verwirkliche”. Auf dieser Ebene streben Menschen danach, ihr Leben in einen größeren Zusammenhang einzuordnen und für andere Sinn zu stiften. Hier kommt das Bedürfnis nach persönlichem Wachstum und dem Beitrag für etwas Größeres ins Spiel.

Jede Ebene birgt Vorteile und Schwierigkeiten. Je mehr Sie die Ebenen miteinander verweben, desto höher ist Ihre Lebenszufriedenheit.

Quellen: Csikszentmihalyi (1992), Peterson et al. (2005), Seligman (2002) | → Verzeichnis


Hochsensibilität

Empfindsamkeit, feine Wahrnehmung und gründliche Informationsverarbeitung sind Merkmale der Hochsensibilität. Kennen Sie eine Person, auf die das zutrifft?

Empfindsamkeit, feine Wahrnehmung und gründliche Informationsverarbeitung sind Merkmale der Hochsensibilität. Kennen Sie eine Person, auf die das zutrifft?

Hochsensibilität (Sensory processing sensitivity, SPS) ist ein Persönlichkeitsmerkmal, das auf Umweltbedingungen und auf genetische Veranlagung zurückgeführt wird. Etwa 20% der Bevölkerung sind hochsensible Personen (HSP).

Hochsensible Menschen verarbeiten Informationen tiefer, sind offener für Emotionen, haben eine feinere Wahrnehmung und sind bei Reizüberflutung schneller überfordert.

Die Forschung zur Hochsensibilität wurde in den 1990er Jahren von der Psychologin Elaine Aron begründet. Die steigende Anzahl an Studien und neurowissenschaftlichen Befunden zur Hochsensibilität liefert einen Gegenpol zur einseitigen Betrachtung in den Medien und von Einzelpersonen.

HSP scheinen für außergewöhnliche Bewusstseinszustände empfänglicher zu sein. Wir glauben, dass sich flow-Zustände deutlich positiver auf das hochsensitive Gehirn auswirken als bei Menschen mit niedriger Sensitivität. Unser Eindruck ist, dass vor allem Männer versuchen, ihre Sensitivität durch Verhaltensweisen des Sensation Seeking zu kompensieren.

Quellen: Aron (1996), Greven et al. (2019), Jonsson & Kjellgren (2014) | → Verzeichnis


Langeweile

Langeweile ist ein negativer Zustand. Mehr dazu erfahren Sie im Blog-Artikel zu Stress und Langeweile.

Langeweile ist ein negativer Zustand. Mehr dazu erfahren Sie im Blog-Artikel zu Stress und Langeweile.

Langeweile (boredom) ist ein natürlicher Bewusstseinszustand, der negativ erlebt wird. Kennzeichen von Langeweile sind eine unerfüllte Sehnsucht und zugleich die Unfähigkeit, diese Sehnsucht durch eigenes Engagement zu stillen.

Bei Langeweile sind Menschen unfähig, ihre Aufmerksamkeit auf das zu lenken, was ihnen bei der Erfüllung ihrer Wünsche und Bedürfnisse hilft. Der Fokus bleibt starr auf dem, was fehlt. Zudem wird keine Verantwortung für die Langeweile übernommen.

Langeweile kann langfristig zum Boreout-Syndrom führen. Anzeichen von Boreout im Job sind chronische Langeweile, das Gefühl der Sinnlosigkeit und unerfüllte Bedürfnisse in der Arbeit.

Langeweile unterscheidet sich vom Tagträumen: Tagträumen ist ein neutral erlebter Bewusstseinszustand, Langeweile wird per Definition negativ erlebt.

Quellen: Eastwood et al. (2012), Goldberg et al. (2011), Vogel-Walcutt et al. (2012) | → Blog-Beitrag | → Verzeichnis


Leadership Circle Profile

Exemplarischer LCP-Graph aus dem individuellen Bericht einer Führungskraft. In der oberen Hälfte liegen die Kreativen Kompetenzen, in der unteren Hälfte die Reaktiven Tendenzen. Das Kreisdiagramm wird mit einem zertifizierten Coach ausgewertet.

Das Leadership Circle Profile™️ (LCP) ist das einzige 360-Grad-Instrument, das die volle Bandbreite empirisch erforschter Führungskompetenzen misst, während es gleichzeitig limitierende Denkstile ermittelt. Es verknüpft die Dimension des Denkens mit der Dimension des Handelns und erleichtert die Mindset-Entwicklung von Leadern in Richtung Integral bzw. Teal.

Das LCP-Profil zeigt der Führungskraft die aktuelle Effektivität ihrer Führungsarbeit. Sie erkennt ihren Stand auf den Kreativen Kompetenzen effektiver Führung und deckt auf, welche Reaktiven Tendenzen unnötig Energie rauben. Damit beginnt Leadership-Coaching auf einem fortgeschrittenen Niveau und bewirkt schnelle Durchbrüche.

Das Instrument misst mit starkem Praxisbezug und innerhalb eines theoretischen Modells, das die gesunde Entwicklung von Menschen und Organisationen unterstützt. Es basiert auf dem Integralen Konzept von The Leadership Circle, das die neue Entwicklungsforschung ebenso berücksichtig wie etablierte Führungstheorien (z.B. Robert Fritz, Peter Senge, und Csikszentmihalyi’s flow-Theorie).

Das LCP-Tool überzeugt durch eine hohe Konsistenz und durch den nachweislichen Zusammenhang mit der Wirksamkeit von Führung. Führungskräfte und Unternehmen können ihr Leadership an einer Normbasis von über 225.000 Datensätzen mit anderen Firmen vergleichen. Für uns ist es das beste 360-Grad-Assessment für den Mindset-Wechsel und die flow-freundliche Führungsarbeit in der VUCA-Welt.

Quellen: Anderson & Adams (2016, 2019), The Leadership Circle Whitepapers | → Verzeichnis | → Angebot: Führung ins nächste Level bahnen


Paralleler Modus

Die Technik wurde von Scott Ford ursprünglich fürs Tennis entwickelt. Wir vermitteln den Parallelen Modus auch bei anderen Sportarten und über den Sport hinaus.

Der Parallele Modus (Parallel Mode, Parallel Processing Mode, PPM) ist eine Technik zur Herbeiführung von flow-Zuständen im Sport. Die Technik wurde von unserem Netzwerkpartner Scott A. Ford ursprünglich fürs Tennis entwickelt. Im deutschsprachigen Raum übersetzt Dr. Simon Sirch den Parallelen Modus auf andere Sportarten und auf berufliche Tätigkeiten.

Der Parallele Modus basiert auf der gezielten Fokussierung der Aufmerksamkeit auf zwei parallele visuelle Informationsquellen. In der EEG-gestützten Evaluation zeigt sich im Parallelen Modus eine eine erhöhte Alpha-Synchronisation und insgesamt eine Beruhigung der elektrischen Erregung im Gehirn. Athleten, die den Parallelen Modus trainieren, berichten vom willentlichen Eintritt in den flow-Zustand — per Entscheidung, nicht per Zufall.

Quellen: Ford (2016), Moran et al. (2016), Verghese (2001) | → Blog-Beitrag | → Verzeichnis


Peak experience

Peak experiences erlebt man nicht nur auf Berggipfeln, sondern auch bei Live-Konzerten.

Peak experience („Gipfelerfahrung”) ist ein positiver Bewusstseinszustand, in dem Menschen sehr offen und empfänglich für neue Erfahrungen sind. Peak experience zählt zu den drei prototypischen Erlebnissen im flow-Konzept von NOWtation, neben peak performance und flow.

Sie erleben eine Form von peak experience, wenn Sie sich zum Beispiel durch eine Naturlandschaft oder ein schönes Konzert berühren lassen. Manche Menschen erleben spontane Gipfelerfahrungen auch in der Meditation oder wenn sie einander tief zuhören.

Die wissenschaftliche Forschung zu Gipfelerfahrungen wurde von Abraham Maslow begründet. Maslow ist davon überzeugt, dass die Wahrscheinlichkeit von peak experiences durch Übungen und Techniken deutlich erhöht werden kann. Das sehen wir auch so.

Quellen: Lanier et al. (1996), Maslow (1962), McDonald et al. (2009) | → Verzeichnis


Peak performance

Peak performance wird oft mit dem Leistungssport in Verbindung gebracht. Man kann diesen Zustand auch woanders erleben.

Peak performance (Zustand der Höchstleistung) ist ein positiver Bewusstseinszustand, in dem ein Mensch persönliche Höchstleistung erbringt. Peak performance zählt zu den drei prototypischen Erlebnissen im flow-Konzept von NOWtation, neben peak experience und flow.

Sie erleben eine Form von peak performance, wenn ihre Kompetenzen völlig ausschöpfen, um ein bestimmtes Ergebnis zu erzielen. In diesem Zustand erbringen Sie Ihre maximale Leistung. Viele Menschen erleben Höchstleistungszustände in der Arbeit oder beim Sporttreiben.

Im Business, im Sport, und sogar in der Wissenschaft werden flow und peak performance oft verwechselt. Das kann fatale Folgen haben, zum Beispiel Burnout.

Quellen: Harmison (2006), Privette & Bundrick (1997), Thornton et al. (1999) | → Verzeichnis


Positiver Zustand

Positivität ist: wenn man selbst sofort und sinnstiftend etwas tun oder empfangen kann. Wie finden Sie diese Definition?

Es gibt viel Verwirrung bei positiven Erlebnissen. Dr. Simon Sirch schafft Ordnung. (1:20 min)

Positive Bewusstseinszustände (positive states) motivieren Menschen direkt. Man spricht auch von positiven Erlebnissen (positive experiences).

Ein positives Erlebnis ist aus psychologischer Sicht ein Bewusstseinszustand, in dem Sie aktiv Sinn stiften: Demnach sind Sie in einem positiven Zustand, wenn Sie selbst, sofort und sinnstiftend etwas tun oder empfangen können – also nicht fremdbestimmt, nicht später, und nicht sinnlos. Das ist die kürzeste und vollständigste Definition eines positiven Zustands. Was für Sie Sinn stiftet, hängt von Ihren Bedürfnissen ab.

Ich unterscheide drei prototypische positive Erlebnisse:

Das Prinzip für die Einleitung und Aufrechterhaltung natürlicher positiver Zustände ist die Bündelung von Aufmerksamkeit.

Sie können positive Zustände selbstbestimmt herbeiführen und für gesunde Entwicklung nutzen: zum Beispiel durch Techniken wie den Parallelen Modus, FEBI-Übungen oder das 7-to-NOW.

Quellen: Csikszentmihalyi (1975), Privette (1983), Maslow (1962) | → Verzeichnis


Sensation Seeking

Sensation Seeker finden den Nervenkitzel zum Beispiel im Risikosport – wie hier beim Base Jumping. Aber: Nicht jedes riskante Verhalten basiert auf Sensation Seeking.

Sensation Seeking ist ein Persönlichkeitsmerkmal, das die Suche nach Erregungszuständen erklärt. Menschen mit diesem Persönlichkeitsmerkmal streben nach starken Sinneseindrücken und nach Bewusstseinszuständen, die abwechslungsreich, neuartig, komplex oder intensiv sind.

Sensation Seeking hat vier Dimensionen:

  • die Suche nach Nervenkitzel und Abenteuer („Thrill and Adventure Seeking”; z.B. im Risikosport)

  • die Suche nach Erlebnissen ("Experience Seeking"; z.B. durch Kunst und Reisen)

  • Enthemmung („Disinhibition"; z.B. durch Alkoholkonsum)

  • Anfälligkeit für Langeweile ("Boredom susceptibility"; z.B. in reizarmen Situationen).

Je nach Ausprägung sind Sensation Seeker dazu bereit, körperliche, soziale, rechtliche und finanzielle Risiken einzugehen. Doch Vorsicht! – Manchmal hat Risikoverhalten auch andere Gründe, z.B. Hochsensibilität oder das Bedürfnis nach Abwechslung.

Quellen: Zuckerman (1979), Zuckerman (2007) | → Verzeichnis


Sicherheit

Wir erfüllen das Bedürfnis nach Sicherheit jeden Tag, zum Beispiel beim Auto fahren.

Sicherheit (certainty, safety) ist eines der sechs psychologischen Bedürfnisse. Psychologische Sicherheit wird erfüllt durch Gewissheit, Stabilität und Konstanz.

Menschen haben das Bedürfnis, dass bestimmte Dinge bleiben. Sie vergewissern sich zum Beispiel durch einen festen Job und ein sicheres Einkommen, durch Verträge und Versicherungen, durch loyale Freundschaften, durch transparente Kommunikation, durch den Rat von Experten oder durch wissenschaftliche Nachweise. Abraham Maslow spricht bei diesem Bedürfnis von „safety needs”.

Quellen: Maslow (1943), von Cube (1990), Robbins (2016) | → Verzeichnis


Selbst

Was ist mit dem Selbst gemeint?

Das freie Ich bewegt sich auf der Achse zwischen Ego und Selbst. In Anlehnung an C.G. Jung spricht man von der „ego – Self Axis”.

Das freie Ich bewegt sich auf der Achse zwischen Ego und Selbst. In Anlehnung an C.G. Jung spricht man von der „ego – Self Axis”.

Der Begriff des „Selbst” hat mehrere Bedeutungen, die geklärt werden sollten: Wir unterscheiden zwischen dem Ego, dem Selbst und dem Ich.

  • Das Ich entwickelt sich im Lebensverlauf auf der Achse zwischen Ego und Selbst, sofern die Entwicklung gesund verläuft.

  • Das Ego ist die erste Form des Ich im Lebensverlauf. Für eine gesunde Entwicklung ist eine stabile Ego-Form notwendig.

  • Das Selbst ist das absolute Sein ohne Form. Verschiedene Denktraditionen haben unterschiedliche Bezeichnungen dafür, zum Beispiel „anterior self”, „Leben”, „Geist”, „Zeuge” oder „Gott”.

Unser flow-Konzept der Selbstentwicklung basiert insbesondere auf den Forschungen von Entwicklungspsychologen wie Carl Gustav Jung, Abraham Maslow, Jane Loevinger, Susanne Cook-Greuter und Robert Kegan.

Welches Selbst sieht die Person auf dem Bild? Das Ich als Subjekt, das Ich als Objekt, das Ego oder das größere Selbst?

Welches Selbst vergisst sich im flow-Zustand?

Ein Anreiz des flow-Zustands ist die so genannte „Selbstvergessenheit”. Mihaly Csikszentmihalyi nennt dieses Merkmal den „Verlust des Selbstbewusstseins” („loss of self-consciousness”). Das Selbst, welches im flow „vergessen” wird, ist das Ich als Objekt: Dieses „Mich-Selbst” entsteht in dem Moment, wenn man sich bzw. sein Tun reflektiert.

Selbstreflexion ist wesentlich für die Selbstentwicklung. Problematisch wird es, wenn man an den Erkenntnissen und Ergebnissen der Reflexion reaktiv festhält. Dadurch kommt die Aktivität zum Erliegen und der flow-Zustand wird unterbrochen.

Warum wird die „Selbstvergessenheit” im flow als befreiend erlebt?

Selbstreflexion kann, abhängig vom Stand der Selbstentwicklung, härter oder milder ausfallen. Manche Arten der Selbstreflexion werden als Druck oder Enge erlebt.

Ein Beispiel: Ein Ich, das sich auf der sozialisierten Ebene reflektiert, interpretiert seine Erfahrungen oft als ungenügend oder weist die Verantwortung bzw. Schuld dafür anderen zu. Die Folge ist, dass man oft und viel darüber reflektiert, was man besser machen muss, um die oftmals diffusen Erwartungen anderer Personen zu erfüllen. Daraus ergibt sich eine reaktive Spirale von Unzulänglichkeit, Frustration und übermäßigen Selbstzweifeln.

Im Unterschied dazu erlebt das Ich im flow-Zustand eine hohe Klarheit, eindeutig-konstruktives Feedback und die Freiheit von negativen Selbst- und Fremdbeurteilungen. Man hat das Gefühl, das Richtige zu tun. Das befeuert die Motivation und stärkt das Selbstvertrauen.

Was hat flow mit Selbstoptimierung zu tun?

Der Duden versteht Selbstoptimierung als die übermäßige, aber freiwillige Anpassung an äußere Erwartungen oder Ideale. Im Alltag wird Selbstoptimierung meist mit einer Vermessung und Beeinflussung des eigenen Körpers bzw. Verhaltens gleichgesetzt. Dazu zählt zum Beispiel die Nutzung von Tracking-Apps, um physiologische Daten zu erheben (Herzfrequenz, Laufstrecke, Schlaf, Ernährung) oder das Biohacking durch Diäten, Superfood, exzessives Sporttreiben, Drogen, Medikamente oder gar Schönheits-Operationen.

Wir sehen es so: Wofür Daten erhoben und Eingriffe vorgenommen werden, ist eine Frage der Ich-Entwicklung. Jedes Lebewesen hat das Bestreben, sich an seine Außenwelt anzupassen, um sein Erleben zu optimieren. Das optimale Erleben ist das flow-Erleben.

Je vollständiger die Ich-Entwicklung eines Menschen ist, desto höher seine Kompetenz zur Anpassung und Gestaltung seiner Umwelt sowie zur selbstbestimmten Beeinflussung von flow-Zuständen. Insofern dient die Einflussnahme auf den eigenen Körper der „Selbstermächtigung”, um Autonomie zu erleben und darzustellen. Allerdings reicht diese Autonomie nicht besonders weit, oder?

Quellen: Binder (2016), Wigglesworth (2012), Wilber (2000) | → Verzeichnis


Stellschrauben für flow

Dr. Simon Sirch spricht bewusst von „flow-Stellschrauben” und nicht von „Knöpfen”. (0:42 min)

Stellschrauben (adjustment screws) sind im flow4x4-Modell von Dr. Simon Sirch die beeinflussbaren Bedingungen für flow und andere positive Zustände.

Stellschrauben lassen sich aktiv und selbstbestimmt mit „Werkzeugen” einstellen – also mit konkreten Techniken und Übungen, die an unterschiedlichen Bereichen ansetzen: am Mindset, am Körper, an der Beziehung und an der Situation.

Quellen: Sirch (2017) | → Verzeichnis


Teamflow

Viele Menschen erleben Teamflow am leichtesten in Teamsportarten. Zum Beispiel, wenn Spielzüge nahtlos ineinander greifen und schöne Aktionen entstehen.

Teamflow ist das kollektive flow-Erleben während der Zusammenarbeit für eine gemeinsame Sache. Teamflow wird manchmal auch als »shared flow«, »group flow« oder »collective flow« bezeichnet.


Was ist Teamflow?

Die fünf Elemente des Teamflow-Zustands. Sie erweitern die Merkmale des Solo-flow.

Wenn Du mit anderen Menschen an einer gemeinsamen Aufgabe arbeitest, könnt Ihr in den Teamflow kommen. Du erkennst das an 5 Merkmalen.

  • Kollektive Konzentration: Im Teamflow sind alle Teammitglieder mit voller Aufmerksamkeit bei der Sache. Ihr seid völlig von der Aufgabe oder dem Projekt absorbiert. Alle Themen oder Gedanken, die nicht auf das gemeinsame Ziel einzahlen, bleiben ausgeblendet.

  • Motivation aus der Gruppe heraus: Im Teamflow-Zustand zeigen alle Beteiligten ein hohes Engagement für die gemeinsame Aufgabe. Ihr lasst Euch nicht von Widerständen aufhalten. Die Energie kommt aus dem Team. Äußere Anreize wie materielle Belohnung oder Lob vom Chef spielen eine untergeordnete Rolle. Im Teamflow fühlt man einen starken Antrieb, mehr zu geben.

  • Geteilte Freude: Ihr habt Spaß an der gemeinsamen Tätigkeit. Nach einer Teamflow-Phase weiß jedes Teammitglied, warum sich Zusammenarbeit lohnt: Soziale Bedürfnisse wie Verbundenheit, Wertschätzung und psychologische Sicherheit werden im Teamflow erfüllt. Das erhöht die individuelle Zufriedenheit und das Vertrauen im Team.

  • Verbundenheit miteinander: Im Teamflow erlebt sich eine Gruppe als eine hochfunktionale Einheit. Im Vergleich zum Normalzustand erlebt Ihr Eure Zusammenarbeit als ein leichtes Zusammenspiel. Manchmal hat man sogar das Gefühl, Teil eines größeren Ganzen zu sein. Jedes Teammitglied lässt sein Ego außen vor. Du denkst und handelst als Team und für das Team.

  • Gemeinsamer Fortschritt: Ein Team im flow kommt schneller voran. Es fokussiert alle Aktivitäten auf das gemeinschaftliche Ziel. Die verschiedenen Handlungen greifen ineinander. Häufig tritt eine Emergenz auf: Das heißt, im Zusammenspiel entstehen völlig neue Erkenntnisse und Ergebnisse. Der gemeinsame Fortschritt ist objektiv an der Teamperformance messbar.


Wie wird Teamflow wissenschaftlich erklärt?

Der flow-Zustand in Gruppen wird erst seit Kurzem wissenschaftlich erforscht. Das Team um Jef van den Hout fand mit dem »Team Flow Monitor« heraus, dass Teamflow die individuelle Zufriedenheit und die Atmosphäre im Team verbessert.

Auch die Neurowissenschaft liefert spannende Ergebnisse: In Experimenten haben Mohammad Shehata und seine Kollegen nachgewiesen, dass Teamflow ein einzigartiger Gehirnzustand ist. EEG-Messungen zeigen bei den Beteiligten eine erhöhte Aktivität im linken mittleren temporalen Kortex (L-MTC). Diese Gehirnregion spielt eine wichtige Rolle bei der Verarbeitung und Integration von Informationen.

Die Neurowissenschaftler um Diego Reinero von der Universität in New York finden ähnliche Nachweise in High Performance Teams: Wenn die Gehirnaktivität der Teammitglieder synchron läuft, ist Bestleistung die Folge. Ein Team, das auf »gleicher Wellenlänge« schwingt, bringt hohe Leistungen.

Quellen: Van den Hout et al. (2016, 2018, 2019), Reinero et al. (2021), Shehata et al. (2021) | → Verzeichnis | → flow-Konzept


Transformatives Framework, 7toNOW

Das 7-to-NOW ist eine fundierte Technik zur Herbeiführung von positiven Zuständen. Es basiert auf der systematischen Bündelung von Aufmerksamkeit.

Das Transformative Framework (TF) oder 7-to-NOW ist eine integrale Technik zur Herbeiführung positiver Zustände bei Einzelpersonen und Teams. Es wurde von Dr. Simon Sirch entwickelt.

Das 7-to-NOW besteht aus einer kompakten Serie von sieben Entscheidungen. Jeder Schritt ermöglicht es Ihnen, Ihren Bewusstseinszustand selbstbestimmt zu beeinflussen und für gesunde Entwicklung zu nutzen – unabhängig von der Aufgabenstellung oder Tätigkeit. Die sieben Ja/Nein-Fragen lassen sich in innerhalb weniger Sekunden in jedem Moment anwenden.

Das 7-to-NOW umfasst mit 4 Perspektiven und 5 Dimensionen die wesentlichen Stellschrauben für flow, peak performance und peak experience. Die Schritte heißen: Anzielen, Auffüllen, Abstimmen, Anfeuern, Aktivieren, Ausführen und Akzeptieren. Wir vermitteln das 7-to-NOW in Workshops und Seminaren, zum Beispiel beim Seminar „flow in business”.

Verzeichnis | → flow-Konzept


VACA-Welt

Entkörperung ist ein zentrales Phänomen in der VACA-Welt der Digitalisierung. Wo sehen Sie Chancen, wo Risiken?

VACA ist eine Abkürzung für die Möglichkeiten der Digitalisierung, wenn man digitale Technologien jenseits der Aufregung betrachtet. VACA bezeichnet das, was Digitalisierung macht. Der Begriff stammt von Dr. Simon Sirch.

Die vier Buchstaben VACA stehen für Virtualization, Accumulation, Connection und Acceleration:

VACA bezeichnet in unserem Konzept das Gegenstück zur VUCA-Welt.

  • Virtualization (Entkörperung): Digitale Technologie wandelt körperliche Dinge in digitale Daten um, die sich informationstechnisch verarbeiten lassen. Zum Beispiel bei einer Digitalkamera, die visuelle Wahrnehmungen in ein digitales Bild transformiert.

  • Accumulation (Mengenzunahme): Digitale Technologie ermöglicht die Vervielfältigung und Speicherung großer Datenmengen, z.B. auf Ihrer Festplatte oder „in der Cloud”.

  • Connection (Vernetzung): Digitale Technologie ermöglicht die Verknüpfung von Daten, Dingen und Menschen, z.B. über Algorithmen oder das Internet.

  • Acceleration (Beschleunigung): Digitale Technologie ermöglicht den schnellen Verarbeitungsprozess und Transport von Daten, z.B. über WLAN oder Datenkabel.

Der Vorteil der VACA-Perspektive besteht darin, dass sich Menschen aus verschiedenen Bereichen einer Organisation besser verstehen können. Zum Beispiel sehen IT-Mitarbeiter häufig nur die technische Seite der digitalen Transformation (VACA-Welt). Mitarbeiter im HR-Bereich sehen oft nur die menschliche Seite (VUCA-Welt).

Mit dem VACA-Modell können Trainer und Coaches differenzierte Interventionen ableiten und die Wahrscheinlichkeit positiver Zustände erhöhen. Dr. Simon Sirch nutzt VACA als Grundlage für Embodiment und FEBI-basiertes Coaching.

Quellen: Bennett & Lemoine (2014), Rosa (2016), Rosa (2005) | → Verzeichnis | → flow-Konzept


Verbindung

Verbundenheit und Vertrauen können Unsicherheit kompensieren. Gerade in Zeiten der Krise ist das wichtig.

Verbindung (connection, affiliation) ist eines der sechs psychologischen Bedürfnisse. Es wird erfüllt durch Kommunikation, durch den engen Kontakt mit Menschen oder anderen Lebewesen und durch intime Beziehungen.

Menschen suchen von Geburt an nach lebendiger Verbindung und Liebe. Sie erfüllen sich das, indem sie langfristige Partnerschaften eingehen, Körperkontakt aufnehmen oder bedingungslos füreinander da sind. Verbindung und Liebe sind bei Abraham Maslow die „belongingness and love needs”.

Quellen: Maslow (1943), McClelland et al. (1989), Robbins (2016) | → Verzeichnis


VUCA-Welt

Passive Informationsaufnahme hilft in der VUCA-Welt nicht weiter. Agilität ist nur ein Teil der Lösung. Was wir brauchen, ist gesunde Entwicklung und positive Zustände.

VUCA (VUKA) ist ein Begriff, der im Management verwendet wird, um die Dynamik des weltweiten Wandels in vier Buchstaben zu packen. Als englische Abkürzung steht VUCA für:

Die VUCA-Welt hängt mit der Digitalisierung zusammen. Das Gegenstück ist die VACA-Welt.

  • Volatility (Unbeständigkeit): Veränderungsprozesse sind instabil. Vorhersagen sind schwierig. Wie viele Ereignisse Ihres Arbeitstages sind völlig vorhersehbar? Wie verlässlich sind Prognosen?

  • Uncertainty (Unsicherheit): Es fehlen Informationen, um psychologische Sicherheit zu gewährleisten. Der Eintritt und das Ausmaß von Ereignissen ist schwer abzuschätzen. Wann kommt die nächste Überraschung?

  • Complexity (Komplexität): Eine unüberschaubare Anzahl von Menschen und Organisationen beeinflusst sich über Netzwerke. Die Stärke und Richtung der Wirkung ist undurchsichtig. Wer hätte gedacht, dass eine einzelne Schülerin weltweite Proteste zum Klimaschutz anstößt?

  • Ambiguity (Mehrdeutigkeit): Mitteilungen oder Ereignisse haben mehrere Bedeutungen oder sind widersprüchlich. Eindeutige Interpretationen werden schwieriger. Beruht eine Meldung auf Fakten oder ist sie Bullshit?

Neuerdings wird VUCA auf VUCAD ausgedehnt, um die Komponente der Diversität zu berücksichtigen. Der VUCA-Begriff hat seinen Ursprung im US-Militär, welches durch agile Squads auf die neuen Anforderungen der Kriegsführung reagierte. Im flow-Konzept von NOWtation bezeichnet VUCA die psychologisch-soziale Seite des Wandels. Die technologische Seite markiert der VACA-Begriff.

flow-freundliche Führung und das Training von positiven Zuständen helfen Ihnen dabei, wenn Sie der VUCA- und VACA-Welt wirksam begegnen wollen.

Quellen: Burg (2017), Kok & Van den Heuvel (2018), Nandram & Bindlish (2017) | → Verzeichnis | → flow-Konzept


Wachstum

Jedes lebende System strebt nach Wachstum – seien es Pflanzen, Tiere, Menschen oder Organisationen. Wer sich nicht entwickelt, stirbt.

Wachstum (personal growth) ist eines von sechs psychologischen Bedürfnissen. Es wird erfüllt durch die Erweiterung der eigenen Fertigkeiten und Fähigkeiten (horizontales Wachstum) und durch die Entwicklung der eigenen Persönlichkeit (vertikales Wachstum bzw. Ich-Entwicklung).

Menschen mit diesem Bedürfnis wollen zum Besten werden, was sie sein können. Sie arbeiten an der Entfaltung ihres Potenzials, um ihr authentisches Selbst zu verwirklichen – und zwar immer wieder aufs Neue. Bei Maslow heißt dieses Bedürfnis „self-actualization”.

Quellen: Maslow (1943), Maslow (1962), Robbins (2016) | → Verzeichnis 


Wichtigkeit

Jeder Mensch hat das Bedürfnis nach Wichtigkeit. Wie erfüllen Sie es auf gesunde Weise?

Wichtigkeit (esteem, significance) ist eines der sechs psychologischen Bedürfnisse. Es wird erfüllt durch Abgrenzung, Anerkennung und Wertschätzung.

Menschen finden die Bestätigung ihrer Bedeutsamkeit und Einzigartigkeit durch Lob oder Dank von wichtigen Personen (z.B. von Vorgesetzten), durch Auszeichnungen, durch Jobtitel und Dienstgrade, durch Statussymbole, aber auch im erfolgreichen Vergleich mit Anderen (z.B. beim Wettkampfsport). Maslow nennt diese Kategorie „esteem needs”.

Quellen: Di Domenico & Fournier (2017), Maslow (1943), Robbins (2016) | → Verzeichnis